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Wie PSYCH GPS entstand

  • 16. Juni
  • 2 Min. Lesezeit



„Ich weiß gerade nicht, wo ich stehe.“Diesen Satz höre ich oft.

Von Führungskräften.

Von Teams.

Von Menschen mitten im Leben.

Interessanterweise sagen die wenigsten:

„Ich habe ein psychologisches Problem.“

Sie sagen:

  • Ich habe die Orientierung verloren.

  • Ich stehe an einer Weggabelung.

  • Ich komme nicht weiter.

  • Ich weiß nicht, was der nächste Schritt ist.

  • Irgendetwas fühlt sich nicht mehr richtig an.

  • Ich habe das Gefühl, mich im Kreis zu drehen.

  • Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Als Psychologin höre ich solche Sätze seit vielen Jahren.

Und irgendwann fiel mir etwas auf:

Menschen sprechen selten in psychologischen Fachbegriffen.

Sie sprechen in Bildern.

In Metaphern.

Sie beschreiben ihr Leben als Weg.

Sie sprechen von Richtungen, Hindernissen, Umwegen und Zielen.

Von Orientierung.

Von Bewegung.

Von Stillstand.

Von Ankommen.

Eigentlich navigieren wir ständig.

Die Sprache der Psychologie – und die Sprache des Lebens

Psychologie verfügt über einen beeindruckenden Wortschatz.

Selbstwirksamkeit.

Resilienz.

Kognitive Dissonanz.

Ambiguitätstoleranz.

Wichtige Konzepte.

Fundierte Konzepte.

Hilfreiche Konzepte.

Und dennoch habe ich oft erlebt, dass Menschen sich darin nicht wiederfinden.

Nicht weil die Begriffe falsch wären.

Sondern weil sie selten die Sprache sprechen, die Menschen im Alltag verwenden.

Niemand kommt ins Coaching und sagt:

„Ich habe aktuell Schwierigkeiten mit meiner Ambiguitätstoleranz.“

Menschen sagen:

„Ich weiß einfach nicht weiter.“

Oder:

„Ich stehe an einer Weggabelung.“

Das ist etwas völlig anderes.

Es beschreibt nicht nur ein Problem.

Es beschreibt ein Erleben.

Menschen navigieren

Je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir:

Das Leben fühlt sich oft weniger wie ein Problem an, das gelöst werden muss.

Sondern mehr wie eine Reise, die navigiert werden will.

Wir navigieren durch Projekte.

Durch Beziehungen.

Durch Veränderungen.

Durch Krisen.

Durch Entscheidungen.

Wir orientieren uns.

Verlaufen uns.

Machen Umwege.

Kehren um.

Finden neue Wege.

Manchmal wissen wir genau, wo wir hinwollen.

Manchmal sehen wir nicht einmal die nächsten hundert Meter.

Manchmal fahren wir voller Zuversicht.

Manchmal stehen wir im Nebel.

Und manchmal merken wir erst nach Jahren, dass wir längst auf einer anderen Route unterwegs sind.

Warum Metaphern so kraftvoll sind

Eine gute Metapher macht etwas Komplexes verständlich.

Sie übersetzt abstrakte Gedanken in etwas, das wir unmittelbar erfassen können.

Wenn jemand sagt:

„Ich stecke fest.“

verstehen wir sofort, worum es geht.

Wenn jemand sagt:

„Ich bin im Nebel.“

wissen wir unmittelbar, wie sich das anfühlt.

Die Sicht ist eingeschränkt.

Nicht die Möglichkeiten.

Wenn jemand sagt:

„Ich stehe an einer Weggabelung.“

wissen wir:

Eine Entscheidung steht an.

Metaphern schaffen Orientierung.

Sie helfen uns, Erfahrungen einzuordnen.

Sie machen Unsichtbares sichtbar.

Eine Sprache für innere Navigation

Genau daraus entstand PSYCH GPS.

Nicht als Methode.

Nicht als Formel.

Nicht als Selbstoptimierungsprogramm.

Sondern als Sprache.

Eine Sprache für die Momente, in denen wir Orientierung suchen.

Eine Sprache für Entscheidungen.

Für Veränderungen.

Für Neuanfänge.

Für Umwege.

Für Baustellen.

Für Rastplätze.

Für Nebel.

Für Horizonte.

Denn manchmal beginnt Klarheit nicht mit einer Antwort.

Sondern mit einer Frage:

Wo stehe ich gerade auf meiner inneren Landkarte?

Viel Freude beim Erkunden.

Sabine HoffmeisterDiplom-Psychologin

 
 
 

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